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August 19, 2025

Doppelt zahlen – oder warum wir bald ein Abo für Luft brauchen

Doppelt zahlen – oder warum wir bald ein Abo für Luft brauchen

Früher war das eine Pointe aus einem alten Cartoon: eine Welt, in der man sogar fürs Atmen bezahlen muss. Wir haben gelacht. Heute klingt es nicht mehr so lustig.

Du kaufst ein Auto für zigtausend Euro. Aber: die Sitzheizung? Nur im Abo. Musik hören? Du zahlst schon brav Spotify oder Apple Music – doch dein Auto verlangt eine zweite Gebühr, damit es dir überhaupt erlaubt, den Dienst zu nutzen. Kurz gesagt: du zahlst zweimal für dasselbe.

Volkswagen sperrt Motorleistung, bis du monatlich zahlst. BMW wollte Abo-Gebühren für die Sitzheizung. Rivian verlangt ein Abo für Apple Music. General Motors schaltet CarPlay ab und bietet stattdessen den eigenen Dienst für 30 Dollar im Monat an. Tesla lässt den Autopiloten nur gegen Aufpreis laufen. Die Liste wird länger.

Am Ende ist es absurd: die Hardware ist im Wagen längst eingebaut, alles könnte funktionieren – doch Software-Barrieren halten dich davon ab, bis du dein Abo abgeschlossen hast. Das ist keine Innovation, das ist künstliche Verknappung.

Warum ist das gefährlich?

Weil wir uns daran gewöhnen sollen, nicht mehr ein Produkt zu besitzen, sondern nur noch ein Nutzungsrecht auf Zeit. Heute geht es um Musik oder warme Sitze. Morgen vielleicht um Scheinwerfer oder Bremsen. Und übermorgen? Wer weiß – vielleicht wirklich um Luft.

Wir leben immer mehr in einer Welt, in der Konzerne ständig neue Wege suchen, uns zweimal zur Kasse zu bitten. Doch Vertrauen hat Grenzen.

Vielleicht ist es Zeit zu sagen: Genug.

Wir kaufen Dinge, damit sie funktionieren. Nicht, damit wir jeden Monat eine Miete fürs Leben zahlen müssen.